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Nocturnale Romanum

Grußwort

S.E. Augustin P. Kardinal Mayer zum Nocturnale Romanum: PDF-Dokument (64 kByte)

Zur Edition

Seit vielen Jahren erfreut sich das Nachtgebet bei Choral-Praktikern wie auch bei Liturgiewissenschaftlern steigender Beliebtheit. Dabei hatte man bisher mit großen praktischen Problemen zu kämpfen, war doch der bei weitem größte Teil des Repertoires nur in Handschriften tradiert, die teilweise nicht facsimiliert vorliegen oder deren Facsimile-Ausgaben vergriffen sind. Eine vollständige gedruckte Edition wurde seit langem nicht mehr veranstaltet; die letzte vergleichbare Ausgabe mit Matutinen war die Neomedicæa (in drei Bänden erschienen von 1885–1888)! Diese Lücke schließt nun das Nocturnale Romanum, welches alle Matutinen des gesamten Kirchenjahres mit einem Repertoire von 77 Invitatorien, 13 Invitatorialpsalmodien, 40 Hymnen (nachurbanisch), ca. 600 Antiphonen und ca. 750 Responsorien enthält. Der Textbestand richtet sich nach den Rubriken von 1954, weil in diesem Jahr das gregorianische Œvre das umfangreichste nach Trient war.
So wird damit das Nocturnale Romanum sowohl den Bedürfnissen des zeitgenössischen Praktikers als auch des historisch interessierten Forschers gerecht. Die Melodien sind, sofern im Antiphonarium Hartkeri (Codex St. Gallen 390/391) vorhanden, nach dessen Schreibweise restituiert. Gesänge, die sich nicht bei Hartker finden, wurden aus stilistisch möglichst ähnlichen Handschriften entnommen (bevorzugterweise solche aus England) und darüber hinaus stilistisch an Hartker angepaßt (»Hartkerisierung«). Um die liturgische Vollständigkeit zu gewährleisten, wurden Gesänge zu Festen aus neuerer Zeit (z.B. Hl. Familie, Christ-König, Herz Jesu), die niemals in Codices vertont vorgelegen haben, vom Herausgeber selbst vertont.
In der Edition ist jeder Gesang mit Quellenangabe versehen. Bei der Neukomposition wurde ausschließlich auf historische Melodien zurückgegriffen. Sie sind stilistisch von Originalkompositionen nicht zu unterscheiden! Ein Appendix bietet zusätzlich viele historische Gesänge (Invitatorien und Responsorien), die schon durch Trient aus der Liturgie gestrichen wurden.

Zur Quadratnotation der Edition

Für die Edition des Nocturnale Romanum wurden eigene Neographien entworfen. So ist nun eine Unterscheidung von Quassusnoten und Pressusnoten möglich. Ferner gibt es eine Note für den Strophicus liquescens. Weiterhin wurde bei der Übertragung großes Gewicht darauf gelegt, daß die Darstellung der Melismata möglichst mit dem Neumenbild übereinstimmt. Außerdem verfügt die Edition über aufsteigende Inclinaten.
Es wurde zwar mit einzelnen traditionellen Darstellungsweisen gebrochen, da diese eine Verfälschung im Notenbild darstellten. Der Benutzer wird sich aber keineswegs umstellen müssen, denn der Herausgeber ist sehr vorsichtig mit Neographien und der Darstellungsweise umgegangen. Vielmehr wird die Edition ein den Handschriften entsprechendes Singen erleichtern, ohne daß Scholaleiter und Sänger vorher die entsprechenden Handschriften studiert haben müssen. Die Edition beinhaltet keinerlei rhythmische Zeichen und ist so frei von willkürlichen Rhythmisierungen.

Hinweis: Eine CD-ROM mit allen Fonts (Quadratnotation, Garamond Antiqua, kleinen einfach gestalteten Initialen und großen ornamental gestalteten Initialen) kann beim Herausgeber, Holger Peter Sandhofe, erworben werden.

Probeseiten

Erster Advent als PDF-Dokument (184 kByte)

Weitere Informationen

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit, sich an der wissenschaftlichen Diskussion über das Nocturnale Romanum zu beteiligen, finden Sie auf der Seite:
http://www.nocturnale.de/

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